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MK44: Jörg Klingohr - Coach, Comedian, Moderator, Unternehmer

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Jörg Klingohr, 1965 in Mecklenburg geboren, will für sein Heimatland Verantwortung tragen. Er ist nach dem Studium der Wirtschaftspsychologie nach MV zurückgekehrt. Im Jahr 2000 kauft er symbolisch für eine D-Mark eine alte Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG), baut sie mit viel Herzblut und Engagement zum Bauernhof und Familienhotel um. Den Namen „Bauer Korl‘s Golchener Hof“ lehnt er an seine Kunstfigur „Bauer Korl“ an, mit der er an Wochenenden als Comedian durch das Mecklenburger platte Land tourt. So lernt er nicht nur viele neue Dörfer, sondern auch die Befindlichkeiten, Sorgen, Nöte, Ängste der BewohnerInnen kennen. Was ihm wiederum in seinem Hauptberuf zugute kommt: Als Wirtschaftspsychologie und Coach arbeitet er seit 2002 mit Führungskräften und Mitarbeitern taucht in regionale Wirtschaftskreisläufe ein und trägt Verantwortung für die Gemeinschaft, nicht zuletzt auch in seinem Golchener Hof. Er bietet dort viel Raum für Konzerten und Comedy, Hochzeiten und Betriebsfeiern, Tagungen und Seminare, wo er auch als Moderator nachfragt und zuhört. Und die Pläne gehen immer weiter: Neben einem Heuhotel ist 2015 eine soziale Betreuungseinrichtung für Jugendliche entstanden, 2016 die erste Bauernhof-Kita in der Region „De Dörpkinner“ und 2017 eine kleine Bauernhofkirche, die Besuchern und Gästen für Trauungen und innere Einkehr zur Verfügung steht.

Was fasziniert ihn am Leben und Arbeiten in Mecklenburg? Auf welche Hürden trifft er bei seinen Unternehmungen? Mit welchen Denkblockaden seiner Mitmenschen in MV wird er konfrontiert? Und was braucht MV, damit es viel mehr murige Raumpioniere wie ihn gibt, die das Bundesland mit viel Energie gestalten? Das frage ich Jörg Klingohr – den Macher mit vielen Talenten, Interessen, der immer ein offenes Ohr hat. Und der sich selbst Sozialhydrauliker nennt.

MK43: Ordnungsbehörde für Schöpferisches bei der NOERD

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Am 7. November 2019 fand in Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Mal ein landesweiter Digitalkongress statt – die NOERD 2019 (NØRD): https://www.digitalesmv.de/noerd/mdc_Digitaler_Wandel_Verwaltung
Initiiert wurde der Kongress von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern. Zeitgleich an insgesamt 6 Orten des Bundeslandes ging es um die digitale Transformation, z. B. um smarte Städte, um Robotik und Künstliche Intelligenz und um Chancen der Digitalisierung für den Ländlichen Raum. In Schwerin stand die Verwaltung im Fokus und die Frage, wie Digitalisierung und Kreativität den Weg in die Zukunft unterstützen können.
Einen kreativen und innovativen Programm-Slot beim Kongress hat Wissenschaftsjournalistin Antje Hinz gemeinsam mit dem Künstler Daniel Hoernemann von CommunityArtWorks gestaltet: https://www.communityartworks.de/
Die Künstlerische Intervention fand in der ehemaligen Bibliothek der Stadt im neuen Digitalen Innovationszentrum DIR im Perzina-Haus in Schwerin statt: https://www.digitalesmv.de/#digitaler-innovationsraum
Nach der Performance von Daniel Hoernemann mit seiner „Ordnungsbehörde für Schöpferisches“ führte Antje Hinz Interviews mit dem Künstler und dem Publikum und wollte wissen: Was können Kunst und kunstbasierte Methoden in der Verwaltung bewirken? Welche Erfahrungen haben die Kongressteilnehmer bereits mit Kreativität und Digitalisierung in ihrem Arbeitsumfeld gesammelt? Die Intervention begann Daniel Hoernemann mit einigen ungewöhnlichen Fragen an das Publikum…

MK42: Mehr Sichtbarkeit und Unterstützung für kreative Raumpioniere in MV

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Eine Podiumsdiskussion mit folgenden Gesprächspartnern:
Die drei Erstplatzierten im Landeswettbewerb „Kreative Raumpioniere:
- Ute Rohrbeck vom DesignThinking-Projekt „Rögnitz Ausbau 3.0“
- Maik Riebort vom CoWorking& CoHousing-Projekt Lassaner Winkel – Pulow sowie
- Julia Theek, vom Upcycling-Projekt, Sommerateliers, Produzentengalerie in Lübz
- Dr. Martin Müller, Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ und Referatsleiter im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
- Lutz Scherling, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in MV, Abteilung „Landwirtschaft und ländliche Räume“, Referat „Agrarpolitik, Agrarmärkte, ökolog. Landbau und Digitalisierung“
- Mareike Donath, Leiterin der Stabsstelle Digitalisierung und Internationale Angelegenheiten im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in MV
- Claudia Muntschick, Architektin und Raumexpertin vom Sächsischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft „Kreatives Sachsen“ sowie Kompetenzteam „Ländliche Entwicklung“ aus dem Bundesverband für Kultur und Kreativwirtschaft „Kreative Deutschland“
Moderation: Antje Hinz, Wissenschaftsjournalistin und Wissensdesignerin, Mitbegründerin im Silberfuchs-Verlag und Betreiberin des Blogs MassivKreativ

MK41: Jugendkultur im Landkreis Ludwigslust-Parchim in MV

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Jugendkultur im Landkreis Ludwigslust-Parchim: Was ist das Besondere in dieser Region? Wo sind interessante identitätsstiftende Orte der Jugendkultur? Wer sind die Menschen, die für Jugendliche etwas bewegen wollen? Inwiefern trägt Jugendkultur zur Identitätsstiftung bei? Was verbindet Jugendliche mit der Region? Und wie wollen sie im Landkreis die Zukunft gestalten?
Diese und weitere Fragen hat Wissenschaftsjournalistin Antje Hinz im Kulturschiff Minna im Boizenburger Hafen gestellt - im Rahmen des Workshops „WER ist WIR? WIR sind WER!"
Der Kunst- und Kulturrat Ludwigslust-Parchim hatte Akteure der kulturellen Jugendarbeit eingeladen, außerdem Künstler, Kreative und interessierte BürgerInnen aus dem Landkreis. Corinna Hesse (Silberfuchs-Verlag, Kreative MV) moderierte den Workshop. Andrea Köster hat live gezeichnet und die wichtigsten Erkenntnisse grafisch festgehalten und visuell auf den Punkt gebracht. Der Workshop fand im Programm MITEINANDER REDEN statt, unterstützt von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): https://miteinanderreden.net/projekteimdetail/wer-ist-wir-wir-sind-wer/

MK40: Soziale Innovationen durch Raumpioniere in Mecklenburg-Vorpommern

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Heute geht es um die Kultur- und Kreativwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, den Landeswettbewerb „Kreative für MV - MV für Kreative.“ Initiiert hat diesen Wettbewerb Corinna Hesse (Silberfuchs-Verlag, Kreative MV), um zu zeigen, wie sich Künstler und Kreative für ihr soziales Umfeld einsetzen, speziell für die soziale Dorfentwicklung. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Bundesland mit vielen ländlichen Regionen die mit Abwanderung und Demografiewandel zu kämpfen haben. Es sind vor allem Künstlerinnen, Künstler und Kreative, die mit Einfallsreichtum und Engagement nach Lösungen suchen. Raumpioniere nennen sie sich doppeldeutig gemeint, weil sie häufig leerstehende Orte neu beleben und mit ihren Ideen auch neue Räume und Freiräume in den Köpfen schaffen. Gemeinsam mit Anwohnerinnen und Anwohnern und mit künstlerisch kreativen Methoden entwickeln und erproben sie zukunftsweisende Projekte für Dörfer und Kleinstädte. Die Gemeinschaften vor Ort sollen dadurch gestärkt werden. Der Landeswettbewerb „MV für Kreative“ möchte das Engagement der Kreativen würdigen und sichtbar machen und schließlich auch dabei helfen, die Ideen in die Tat umzusetzen. Gefördert wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, der Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Insgesamt 37 kreative Raumpioniere haben sich 2018 mit ihren Projekten beworben und konnten dann an landesweiten KreativLabs teilnehmen. Das waren interaktive Workshops, um die Ideen weiter auszuarbeiten und um sich mit anderen Kreativen zu vernetzen. In diesem Jahr 2019 hat eine Jury aus verschiedenen Branchen insgesamt 10 Projekte ausgewählt. Deren Ideenstifter sind heute hier in Schwerin zu Gast und werden sich nochmals persönlich den Fragen der Jury stellen. Die besten drei Projekte werden am 22. Oktober 2019 bei einer öffentlichen Preisverleihung in Schwerin ausgezeichnet. Die Siegerprämien sind mit insgesamt 10000 € dotiert und sollen für die Weiterentwicklung der Projekte eingesetzt werden.
Durchführung: Kreative MV – Landesnetzwerk für Kultur- und Kreativwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern
Projektleitung: Corinna Hesse
Film-Produktion: Antje Hinz und Björn Kempcke, Silberfuchs-Verlag, Labor für gesellschaftliche Wertschöpfung – youtube: https://youtu.be/xfPBWc2XA0I
Gefördert: vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE)

Im Anschluss an den Wettbewerb werden dann die besten zehn Projektideen in einer Wanderausstellung und Roadshow durch Mecklenburg-Vorpommern touren und in Kommunen und Landesministerien vorgestellt werden: https://kreativemv.wordpress.com/category/roadshow-wanderausstellung-raumpioniere/
Damit wird das Bewusstsein gestärkt, das Kultur und Kreativwirtschaft die regionale Entwicklung nach vorne bringt und entscheidende Impulse setzt. Ein Auftakt, damit zukünftig auch kommunale Kooperationspartner enger mit Kreativen zusammenarbeiten und Standorte gemeinsam entwickeln können. Raumpioniere bringen sozusagen die Zukunft nach Mecklenburg-Vorpommern. Soweit zu den Zielen und zum Hintergrund des Landes Wettbewerbs „Kreative für MV - MV für Kreative“ und jetzt habe ich 10 nominierte Projekte und ihre Ideenstifter zu mir gebeten sowie die Projektinitiatorin Corinna Hesse. Im Wechsel zu den Jury-Gesprächen werden sie ihre Projekte näher vorstellen und sich selbst natürlich auch.

MK39: Manufakturen Teil 4 in der Region Mecklenburg-Schwerin

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Teil 4: Hutsalon, Kürschnerei, Kreativ-Hof und Schmiede: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Der Hutsalon Rieger in Schwerin
Fein herausgeputzt: Sagen Sie bloß nicht „Hutmacher“. Damit outen Sie sich als kompletter Dilettant. Genoveva Rieger und ihre Tochter Marie-Antonett sind „Putzmacherinnen“. http://hutsalon-rieger.de

Die Kürschnerei Götz Weidner in Schwerin
Ein Pelz fürs Leben: Wer bei der Kürschnerei an reiche, alte Damen in schweren, langen Pelzmänteln denkt, erlebt im Atelier von Götz Weidner in Schwerin eine Überraschung. Flauschig, leicht und kurz geschnitten sind die Jacken in der Auslage. http://www.weidner-pelze.de

Der Rothener Hof
Selbermachen als Wertschätzung: Am Anfang war der Kuhstall. Ein architektonisch reizvolles Gebäude, zu schade, um es verfallen zu lassen. Und so gründete sich im Jahr 2000 in Rothen ein Verein, um den Kuhstall zu erhalten und wieder zu beleben. Heute sind dort sieben verschiedene Werkstätten angesiedelt, und jeder Handwerker besetzt eine besondere Nische. Eine Metallwerkstatt, eine Möbeltischlerei, eine Druckerei mit Handpressen, eine Obst-Mosterei und eine Gaststätte bilden die Gemeinschaft im Rothener Hof. Wirtschaftlich gesehen, ein „Mikro-Cluster“, der perfekt ineinander greift und immer weiter wächst. 2009 eröffnete die Glas- und Medienkünstlerin Daniela Melzig ihr Atelier. Achim Behrens ist von Haus aus eigentlich Tischler. http://www.rothenerhof.de

Die Schmiede Radsack in Stresdorf
Familienbetrieb der Zukunft: Tradition bedeutet, das Althergebrachte nicht nur kommenden Generationen zu überliefern, sondern immer weiter zu entwickeln und neuen Bedürfnissen anzupassen. Manchmal entsteht daraus wie im Handumdrehen ein neuer Geschäftszweig. So war es in der Schmiede Radsack in Stresdorf bei Gadebusch. Birger und Coco Radsack suchten eigentlich nur nach einer Unterbringung für ihren Praktikanten. Herausgekommen sind schließlich hochmoderne mobile Wohnungen, neudeutsch: Tiny houses genannt.

https://www.schmiede-radsack.de

Die Interviews führte meine Verlagskollegin Corinna Hesse. Sie hat mit den kreativen Machern gesprochen – über das Handwerk, über das Leben, über die Zukunft.

Kulturlandschaften im Norden
Die ManufakTouren-Route entstand für die Metropolregion Hamburg im Rahmen des Leitprojektes KulturLandschaftsRouten (2016-2018). Entwickelt wurden insgesamt fünf neue Erlebnisrouten sowie Hörgeschichten mit je 15 bis 20 Tracks pro Region, die zu Hause oder per Smartphone auch unterwegs gehört werden können.

MK38: Manufakturen Teil 3 in der Region Mecklenburg-Schwerin

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Teil 3: Porzellan- und Textilmanufaktur, Gravur-Atelier: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Die erste Mecklenburgische Porzellanmanufaktur in Sukow
Gefäße aus Licht: Um aus Tonerde das „weiße Gold“ herzustellen, braucht es Geduld. Die Werkstatt von Kerstin Behrens in Sukow ist zweigeteilt. Die erste Abteilung ist der „Manschraum“. Hier wird die Porzellanmasse zusammengerührt und gebrannt. Dann beginnt Kerstin Behrens im lichtdurchfluteten Atelier zu malen. Vor dem ersten Pinselstrich allerdings kommt eine Art Ritual. http://porzellan-manufaktur.de

Die Manufaktur Basthorst
Filzen als Philosophie: Wer die Textilgestalterin Claudia Stark in ihrer Manufaktur Basthorst bei Crivitz besucht, gewinnt zunächst vor allem eins: Zeit! https://claudia-stark.jimdo.com/werkstatt-laden

Die Graveurmeisterin Carola Frericks in Schwerin
In der Tiefe glänzend: Ein Frauenberuf, der auf die Knochen geht. Wenn Carola Frericks in ihrem Atelier in der Schweriner Münzstraße den Stichel in das Metall treibt, dann ist das Schwerstarbeit. http://www.gravur-manufaktur.de

Die Interviews führte meine Verlagskollegin Corinna Hesse. Sie hat mit den kreativen Machern gesprochen – über das Handwerk, über das Leben, über die Zukunft.

Kulturlandschaften im Norden
Die ManufakTouren-Route entstand für die Metropolregion Hamburg im Rahmen des Leitprojektes KulturLandschaftsRouten (2016-2018). Entwickelt wurden insgesamt fünf neue Erlebnisrouten sowie Hörgeschichten mit je 15 bis 20 Tracks pro Region, die zu Hause oder per Smartphone auch unterwegs gehört werden können.

MK37: Manufakturen Teil 2 in der Region Mecklenburg-Schwerin

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Holzbildhauerei, Taschenmanufaktur, Uhren, Kindermöbel:
Die Holzbildhauermeisterin Silke Krempien in Schwerin
Auf Spurensuche: Für die einen ist es ein Stück Holz. Für Silke Krempien offenbart sich das Geheimnis eines Baumlebens, wenn sie den Rohstoff für ihre Kunstwerke in den Händen hält. Denn in jedem Holz lässt sich das Wachstum des Baumes nach-lesen. http://www.gedok-mv.eu/kuenstlerinnen/krempien.html
Die Taschen-Manufaktur Red Rebane in Schwerin
Mein Freund, der Rucksack: In der offenen und lichtdurchfluteten Werkstatt von Christian Karius und Stephan Porth in der Schweriner Möwenburgstraße wird alles noch von Hand gefertigt. Christian entwirft neue Designs und schneidet die Stoffe zu, zwei Näherinnen fügen alles zusammen. Stephan ist für den Einkauf zuständig. https://www.red-rebane.de
Der „Klockenschauster“ von Schwerin
Alles zu seiner Zeit: Eigentlich heißt er ja Hans-Joachim Dikow. Aber er ist eine Instanz in der Schelfstadt von Schwerin. Und als solche wird der Uhrmacher einfach „Klockenschauster“ genannt. https://www.de-klockenschauster.de
Kindermöbel aus Dömitz
Schnurstracks eingenommen: Viele Erfinder entwickeln ihre Ideen aus einem eigenen Bedürfnis heraus und gar nicht in erster Linie für einen Markt. Aber wo ein eigenes Bedürfnis ist, könnte es ja sein, dass auch andere Menschen so etwas brauchen. So wurden Tim und Sabine Schinkel zu Produzenten von Kindermöbeln. https://www.timkid.de
Die Interviews führte meine Verlagskollegin Corinna Hesse. Sie hat mit den kreativen Machern gesprochen – über das Handwerk, über das Leben, über die Zukunft.
Kulturlandschaften im Norden
Die ManufakTouren-Route entstand für die Metropolregion Hamburg im Rahmen des Leitprojektes KulturLandschaftsRouten (2016-2018). Entwickelt wurden insgesamt fünf neue Erlebnisrouten sowie Hörgeschichten mit je 15 bis 20 Tracks pro Region, die zu Hause oder per Smartphone auch unterwegs gehört werden können.

MK36: Manufakturen Teil 1 in der Region Mecklenburg-Schwerin

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Die weite Landschaft Mecklenburgs zieht Naturliebhaber an und Menschen mit Sinn für das Schöne. Und so kommt es, dass sich hier immer mehr Handwerker und Künstler ansiedeln. Sie suchen Inspiration in der Natur und genießen den Platz, um ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen.
Tradition und Innovation: Viele der in der Region ansässigen Produzenten üben ein traditionelles Handwerk aus. Mit neuen Ideen und moderner Technik führen sie die Traditionen in die Zukunft.
Manche ihrer Berufe sind andernorts fast ausgestorben. Dennoch spüren alle Menschen, die mit eigenen Händen etwas schaffen, eine tiefe innere Befriedigung – gerade in Zeiten digitaler, virtueller Welten. Und so regt der Besuch in den Manufakturen im Garten- und Seenland Mecklenburg-Schwerin auch zum Nachdenken über das eigene Leben an. Was erwarten wir eigentlich von unserem Beruf? Welche Werte stecken in den Produkten, die uns umgeben? Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um? Handwerk als Berufung: Die Handwerker im Garten- und Seenland Mecklenburg-Schwerin sprechen gern mit den Besuchern – über ihr Schaffen und über ihre Lebensphilosophie. Eine Haltung, die sich auf andere Menschen in ihrem Umfeld überträgt. Denn viele der Produzenten gestalten nicht nur ihre Werke, sondern auch den Ort, an dem sie leben, aktiv mit. Corinna Hesse hat mit diese kreativen Machern gesprochen – über das Handwerk, über das Leben, über die Zukunft. Besuchen Sie mit uns 16 Manufakturen (Podcast in vier Teilen) und ihre schöpferischen Inhaber.

MK35: Das Hitzacker-Dorf und KUBA – gemeinsam, interkulturell, nachhaltig

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Hauke Stichling-Pehlke ist vor knapp 30 Jahren ins Wendland gekommen. Ein ehemaliger Großstädter, der sich bewusst für das ländliche Leben in Hitzacker entschieden hat. Sein Studium hat er wegen der eigenen Ungeduld nicht beendet. Er wollte nicht länger Theorien entwickeln, sondern Projekte rasch in die Tat umsetzen. In Hamburg-Wilhelmsburg hat er im zeitlichen Umfeld der Internationalen Bauausstellung IBA ein interkulturelles Seniorenheim gebaut. Seit Winter 2011 können im Veringeck (https://www.iba-hamburg.de/projekte/veringeck/projekt/veringeck.html) deutsche und türkische Senioren können in Wilhelmsburg gemeinsam unter einem Dach ihren Lebensabend verbringen.
Auf diese Erfahrungen baut sein aktuelles Projekt auf. Im Wendland soll nun ein neues interkulturelles und altersgemischtes Mehrgenerationendorf entstehen das [Hitzacker-Dorf] (https://hitzacker-dorf.de). Am ersten Haus wird gerade gebaut (Sommer 2018). Im Interview betont Hauke Stichling-Pehlke: „Das Hitzacker-Dorf ist kein fertiges Produkt. Es ist eine Idee, die von allen gemeinsam entwickelt und stetig auch weiterentwickelt werden soll.“
Dafür gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, z. B. für den Bau und die Dorfplanung (Bau), für Büro und Öffentlichkeitsarbeit, für Interkulturelles, Gemeinschaftsbildung und das Gemeinschaftshaus, für Mobilität, Stoffkreisläufe und Solidarität, für Nahrung und Küche, für Kinderbetreuung und Garten, für Finanzen und Fundraising, für Datennetz, IT und Gewerbe.
Dabei haben die Akteure auch das wohnortnahe Arbeiten im Blick: Coworking für StartUps, ein Gesundheitszentrum und ein kleines Gewerbegebiet sind geplant. Es wurden basisdemokratische Strukturen mit Vorstand und Aufsichtsrat geschaffen. Einmal pro Woche taggt das Plenum für kleine Entscheidungen, große Themen werden in der Generalversammlung diskutiert. Wie wird z. B. das Thema Nachhaltigkeit im Hitzacker-Dorf umgesetzt? Wie wird Mobilität im Alltag gelebt, was können Carsharing und E-Autos leisten. Um die Kosten überschaubar zu halten, werden, ausschließlich Mehrfamilienhäuser nach einem Modulsystem gebaut. Pehlke macht auf Nachfrage folgende Beispielrechung auf: Eine vierköpfige Familie erwirbt für den Bau einer 90qm großen Wohnung Genossenschaftsanteile in Höhe von 20.000 € und zahlt nach Fertigstellung des Baus eine Kaltmiete von knapp 6 € pro qm. 12 Häuser sind im Sommer 2018 durchfinanziert, Verträge mit der GLS-Bank geschlossen. Der Bau des ersten Hauses ist gerade gestartet. Bei der Erschließung des Baugrundes wurden archäologische Fundstellen freigelegt und ergaben, dass die Region schon etwa 300 Jahre vuZ besiedelt wurde. Ein Brennofen, der in einem Meter Tiefe gefunden wurde, lässt darauf schließen, dass die damaligen Bewohner mit der Verhüttung von Raseneisenstein Erz gewonnen und veredelt haben. So wird die Siedlungsgeschichte stetig weiter geschrieben.
Im zweiten Teil des Interviews berichtet Hauke Stichling-Pehlke über den ehemaligen Bahnhofs in Hitzacker, der heute KUBA – Kulturbahnhof heißt. Im April 2014 ersteigerte der frisch gegründete Bürgerverein [KUBA e.V.](https://www.kuba-ev.de) den 174 erbauten Backstein-Bahnhof für 32.000 €. Heute ist KUBA ein Kulturzentrum, das von vielen Künstlern, Kreativen und lokalen Gruppen genutzt wird. Der Verein koordiniert die vielfältigen Aktivitäten und hat derzeit etwa 80 Mitglieder. Auch Schüler brüten immer wieder Ideen aus, u. a. die Kulturaktie, um KUBA zu unterstützen.
Hauke Stichling-Pehlke ist optimistisch: Sowohl KUBA als auch das Hitzacker-Dorf zeigen, das sich die Bürger gerne sinnstiftend engagieren und zivilgesellschaftlich Verantwortung übernehmen. Damit zeigen sie Wege auf, wie es zukünftig im Wendland weiter geht.
Das Interview führte [Antje Hinz](http://www.massivkreativ.de/massivkreativ-live-antje-hinz-informiert-inspiriert-interagiert/) (MassivKreativ, Wissenschaftsjournalistin, Wissensdesignerin, Medienproduzentin, Verlegerin im [Silberfuchs-Verlag](http://www.silberfuchs-verlag.de/verlagsprogramm/laen

Über diesen Podcast

Der MassivKreativ-Podcast navigiert durch die spannende Welt der Kultur- und Kreativwirtschaft, stellt in Interviews und Reportagen Akteure und Helden vor, zeigt deren Innovationspotenziale und Impulse für Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Stadtentwicklung, Zivilgesellschaft und Bildung. Kreativität geht oft überraschende Wege. Genauso inspirierend soll MassivKreativ sein, es verbindet, gibt Impulse, sät Begeisterung und Leidenschaft, erweitert den Horizont und macht Mut, sinnstiftend, kreativ und innovativ zu wirken.
Ich freue mich über Nachrichten, Ideen, Anregungen!
Antje Hinz, MassivKreativ

von und mit Antje Hinz

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